Stadtteil Erbach

Erbach schließt sich im Norden nahezu übergangslos an die Kernstadt an. Der mit 2.735 Einwohnern (Stand 31.08.2010) größte Bad Camberger Stadtteil wird von der B8 durchzogen, in deren weiterem Verlauf man zum Stadtteil Oberselters gelangt.
Mit einer Schenkung an das Kloster Lorch um 768, die Arilbach (das heutige Erbach) und Widergisa (heute Würges) gemeinsam vornahmen, wurden die beiden Orte erstmals urkundlich erwähnt. Eine Besiedlung erfolgte bereits in der Bronzezeit durch Bandkeramiker (jüngste Ausgrabungen waren am Katzenrain). Grabfunde lassen auf einen fränkischen Ursprung der Siedlung schließen, die vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet wurde. Um 1100 entstand die erste Kapelle in Erbach, die als St. Georgs-Kapelle 1328 namentlich erwähnt wurde. 1905 wurde der Ort an das Stromnetz angeschlossen, ab 1910 eine zentrale Trinkwasserversorgung installiert und 1961 eine neue Schule errichtet. Wirtschaftshistorisch ist die ungewöhnlich große Zahl von sieben Mühlen interessant, die noch im 19. Jahrhundert in dem vergleichsweise kleinen Ort betrieben wurden. Erbach wurde zum 1.7.1974 zur Stadt Bad Camberg eingemeindet.
Erwähnenswert ist, dass der Bayrische Ministerpräsident von 1924 bis 1933, Heinrich Held, aus Erbach stammt. Er wurde am 06.06.1868 als sechstes Kind des Musikers, Landwirts und Kaufmanns Johannes Held und dessen Ehefrau Susanne in Erbach geboren. An seinem Geburtshaus erinnert eine kleine Gedenktafel an ihn.