Kurorchester der Stadt Bad Camberg

Eine Kurkapelle oder ein Kurorchester zu haben, das war und ist auch heute noch etwas Besonderes und ein Markenzeichen für ein Deutsches Heilbad. Natürlich gilt das auch für das Kneippheilbad Bad Camberg, denn das städtische Kurorchester besteht seit 1927 und ist heute mit 15 Musikerinnen/Musiker eines der größten in Deutschland. Zur Geschichte: Der Taubstummenlehrer Alfred Metzger und der ehemalige Kurkapellmeister Karl Lohse waren es, die die beiden Camberger Tanz- und Unterhaltungskapellen, „Taunus-Kapelle" und „Salonorchester" zum „Kurorchester Camberg" zusammenführten. Im Frühjahr 1927 wurden zuerst mit 12, später mit 24 Musikern unter der Leitung von Alfred Metzger, die Proben aufgenommen, und Karl Lohse saß am Pult des Konzertmeisters. Im Juli 1927 wurde dann die erste Kursaison musikalisch vom Kurorchester eröffnet. Vom Balkon des alten Rathaussitzungssaales erklangen die Melodien hinunter in den Schluchtweg des Kurparks. Im Saal des einstigen „Bayrischen Hofs" und im „Nassauer Hof" wurde von da an zum Kurkonzert aufgespielt. Zusätzlich wurden „Promenadenkonzerte" im Kurpark abgehalten, und auch große Konzerte, sogenannte „Benefiz-Abende" gab es mit fremden Solisten. Bis 1935 leitete Alfred Metzger das Kurorchester, später übernahm Karl Lohse seinen Platz und 1984 übergab er den Dirigentenstab an den Kurkapellmeister Josef Ost. Seit dem Jahr 2017 steht das Kurorchester unter der musikalischen Leitung von Frau Julia Treinies.

Besonders hervorgehoben werden muss das Jahr 1957, in dem das Kurorchester bei einem Wettstreit sämtliche ersten Preise holte. 1961 wurde der Musikpavillon im Kurpark gebaut und von da an wurden Kurkonzerte bei guter Witterung im freien abgehalten. Ab 1975 wurde dann bei schlechter Witterung sowie während der kühleren Jahreszeit im Bürgerhaus Kurhaus Bad Camberg musiziert. Früher sonntags und mittwochs, seit einigen Jahren mittwochs nur  im Juni, Juli und August   Zusätzlich spielt eine Tanzbesetzung des Kurorchesters einmal im Monat zum Tanzabend auf.

Das Besondere war und ist die Tatsache, das das Kurorchester mit  Amateurmusikern besetzt ist, in früheren Zeiten mit vielen örtlichen Handwerksmeistern wie Bäcker usw.. 1998 erhielt das Kurorchester den städtischen Kulturpreis für die besonderen Verdienste um die Kurmusik. Bei den einzelnen Kurkonzerten lauschen oft weit über 100 Zuhörer. So werden im Laufe eines Jahres ca. 60 Kurkonzerte gespielt und zusätzlich einige Sonderauftritte absolviert z.B. bei der Partnerstadt Bad Sulza in Thüringen.

Derzeit am längsten dabei ist der Kurkapellmeister Josef Ost mit fast 60 Jahren und Franz-Martin Wenz, Posaunist und auch Conferencier mit 58 Jahren aktive Zugehörigkeit. Auch Herbert Schmitt an der Trompete spielt schon über 30 Jahre für die Kurgäste wie auch die anderen Musiker für treue Stammgäste, die jedes Kurkonzert besuchen.

Kurkonzerte finden jeweils sonntags von 10:45 bis 11:45 Uhr statt. In der Regel gestaltet jeden ersten Sonntag im Monat eine Gastgruppe das Kurkonzert, die übrigen werden vom Kurorchester veranstaltet. Im Sommer finden zusätzlich mittwochs von 19:30 bis 20:45 Uhr Kurkonzerte statt. Neben dem monatlichen Tanzabend durch das Kurorchester findet ein Tanzabend mit dem Duo Thomas Okabsa Party Band im Kurhaus ab 19:30 Uhr statt. Der Eintritt zu allen Kurkonzerten und Tanzabenden ist kostenlos.