2.3.1 Naturraum und Nutzungen

Das Untersuchungsgebiet ist Teil des Naturraums „Idsteiner Senke“ und gehört zur naturräumlichen Untereinheit 'Goldener Grund', die landschaftlich als nahezu waldfreies, überwiegend ackerbaulich genutztes Gebiet mit expandierenden Siedlungen zu charakterisieren ist. Das Plangebiet umfasst den Talraum des Emsbaches, dessen Flanken stellenweise steil zur Aue ab fallen. Abseits des Bachtales ist das Gelände wellig-hügelig. Markante Bestandteile des Reliefs sind tief eingeschnittene, bis zu 80 m breite, mit Gehölzen bewachsene Erosionsrinnen westlich Erbach und Bad Camberg sowie östlich Walsdorf.

Geologisch ist das Plangebiet Teil einer Grabensenke, die überwiegend mit mächtigen Lössablagerungen überdeckt ist. Nur stellenweise treten die für den Taunus typischen Gesteine des Grundgebirges an die Oberfläche, nämlich Quarzit, Grauwackensandsteine sowie Bänder- und Tonschiefer. Nördlich Erbach stehen Quarzkiese und Quarzsande an.

Vorherrschende Böden im Untersuchungsgebiet sind mittel- bis tiefgründige Parabraunerden, die sich aus Löss und lösshaltigen Fließerden gebildet haben. In exponierten Lagen finden sich flachgründige erodierte Braunerden. Die Böden der Emsbachaue gehören zum Bodentyp Brauner Auenboden. Böden mit hoch anstehendem Grundwasser nehmen nur kleine Flächen ein.

Das Plangebiet unterliegt intensiven Nutzungen. Es umfasst expandierende Siedlungsbereiche und Gewerbegebiete der Stadt Bad Camberg. Außerhalb der geschlossenen Ortslagen wird das Gelände in größten Teilen intensiv landwirtschaftlich genutzt. In der Emsbachaue herrscht Grünlandnutzung vor; abseits des Talbodens wird überwiegend Ackerbau betrieben. Nur kleine Bereiche unterliegen keiner intensiven Nutzung, vor allem die Erosionsrinnen der Talhänge, die mit Gehölzen bewachsen, für den Naturraum charakteristisch und landschaftsprägend sind.