2.3.5 Schutzgut Wasser

Außerhalb der Aue des Emsbaches sind nur örtlich obenflächennahe Grundwasserkörper ausgebildet. Die Sedimente der Emsbachaue führen oberflächennahes, meist 2 bis 3 m unter der Bodenoberfläche anstehendes Porengrundwasser geringer Ergiebigkeit, das wegen der geringen Mächtigkeit schützender Deckschichten von erhöhter Verschmutzungsempfindlichkeit ist. Aufgrund relativ geringer Niederschläge und schlechter Durchlässigkeit des geologischen Untergrundes ist die Neubildung von Grundwasser im Gebiet gering. Im Bereich tektonischer Störungszonen mit vergrößertem Hohlraumvolumen kommt es allerdings zur Speicherung relativ großer Mengen von Kluftgrundwasser, die in erheblichem Umfang in Tiefbrunnen gefördert werden. Der größte Teil des Plangebietes liegt in ausgewiesenen und beantragten Wasserschutzgebieten.

In Klüften von Quarzgängen treten um Nieder- und Oberselters kochsalzhaltige Mineralwässer auf, deren Vorkommen in die nördliche Hälfte des Plangebietes hineinreichen. Sie werden kommerziell als Heil- und Mineralwasser genutzt.

Das Grundwasser und die Grundwasserneubildung sind im Plangebiet beeinträchtigt. Wesentliche Vorbelastung ist die durch Bodenversiegelung verringerte Grundwasserneubildung. Infolge intensiver Ackerwirtschaft werden Pflanzenschutz- und Düngemittel in das oberflächennahe Grundwasser eingetragen, die auch im geförderten Kluftgrundwasser der Tiefbrunnen festgestellt wurden. Die Wassergewinnung hat in der Emsbachaue offensichtlich örtliche Absenkungen des Grundwasserspiegels zur Folge.

Oberflächengewässer des Plangebietes sind der Emsbach, der Unterlauf des Dombaches, der Brombach und der Knallbach. Daneben gibt es unbedeutende, nur periodisch Wasser führende Gerinne und Gräben. Stillgewässer sind nicht vorhanden.

Das bedeutsamste Fließgewässer ist der von Süden nach Norden durch das Plangebiet fließende Emsbach, der weitgehend begradigt und ausgebaut ist. Sein Überschwemmungsgebiet ist stellenweise durch Bebauung in und am Rande der Aue eingeschränkt.

Der von Osten in den Emsbach mündende Dombach durchfließt innerhalb des Plangebietes die Ortslage von Erbach und ist in diesem Bereich teils verrohrt, teils kanalisiert. Erst unterhalb der Siedlung weist das Gewässer über eine kurze Strecke bis zur Einmündung in den Emsbach eine naturnähere Struktur auf.

Der westlich der Ortslage von Würges durch das Gebiet laufende Brombach führt nur wenig Wasser und kann in niederschlagsarmen Perioden versiegen. Er ist naturfern grabenförmig gestaltet. Nördlich Walsdorf fließt der Unterlauf des Knallbaches und mündet nordöstlich des Ortes in den Emsbach.

Die innerhalb des Plangebietes gelegenen Abschnitte des Emsbaches, Dombaches und Knallbaches sind nach der Karte zum Biologischen Gewässerzustand in Hessen sämtlich mäßig belastet.