5.4 Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser

W1 Eingriffe in den geschützten Uferbereich des Emsbaches.
An den Emsbach-Talbrücken bei Erbach und Waldsdorf werden auf Flächen von 150 bis 200 m² Fundamente von Pfeilern und einem Widerlager randlich in den geschützten Uferbereich des Gewässers hineinragen. In der Nähe beider Talbrücken wird außerdem mit der Verlegung jeweils einer Rohrleitung in den geschützten Bereich eingegriffen. Die betroffenen Ufer werden durch die Eingriffe gestört, umgeformt und ihre Bodenstruktur verändert. Dauerhaft eingeschränkt wird die natürliche Dynamik des Gewässers.

W2 Eingriffe in oberflächennahe Grundwasserkörper.
Im Bereich der Talbrücken über die Emsbachaue bei Erbach und bei Walsdorf werden Gründungen von Brückenpfeilern und von Widerlagern sowie die geplanten Stauraumkanäle innerhalb von Wassergewinnungsgebieten der Schutzzone III in oberflächennahe Grundwasserkörper eingreifen. Bei der Überführung der L 3031 über die Ortsumgehung reichen innerhalb der Wasserschutzzone III ein Geländeeinschnitt und die Gründungen des Überführungsbauwerkes in einen oberflächennahen Grundwasserkörper hinein. Die genannten Eingriffe verursachen Störungen von Grundwasserströmen. Während der Bauphase wird oberflächennahes Grundwasser vorübergehend freigelegt. Für das Grundwasser ergibt sich dabei eine erhöhte Gefahr der Verunreinigung.

W3 Abtrag von Deckschichten in der Wasserschutzgebietszone III.
Für die Anlage des bis zu 70 m breiten Geländeeinschnittes nördlich der L 3030 sind innerhalb eines Wassergewinnungsgebietes der Schutzzone III und in geplanten Heilquellenschutzgebieten Deckschichten auf einer Fläche von rund 2,4 Hektar und bis zu einer Tiefe von 9 m abzutragen. Nach dem Hydrogeologischen Gutachten wird dabei allerdings kein Grundwasser freigelegt.

W4 Eingriff in die Wasserschutzgebietszone II des Tiefbrunnens „Wacholderwiese“.
Von Bau-km 2+620 bis 3+015 verläuft die geplante Straße zunächst 100 m in Dammlage, dann in einem Geländeeinschnitt mittig durch die Schutzzone II des Tiefbrunnens „Wacholderwiese“. Der Geländeeinschnitt wird dort ein Grundwasserstockwerk freilegen. Erhebliche Beeinflussungen der Trinkwasserförderung sind nicht wahrscheinlich, können aber nicht völlig ausgeschlossen werden. Der Bau von Straßen in Wasserschutzgebieten der Zone II ist nur aus zwingenden Gründen unter besonders strengen Auflagen ausnahmsweise zulässig.