6 Schutz-, Gestaltungs- und Kompensationsmaßnahmen

Zur Vermeidung und Verminderung von Beeinträchtigungen wurden diverse Schutzmaßnahmen festgesetzt. Der Einbindung der Straßenanlage in die Landschaft dienen die Gestaltungsmaßnahmen.

Ein Teil der erheblichen unvermeidlichen Beeinträchtigungen infolge des Baus und Betriebs der Ortsumgehung kann im Plangebiet ausgeglichen werden, indem die Funktionen der Naturgüter durch landschaftspflegerische Maßnahmen wieder hergestellt werden. Erhebliche Beeinträchtigungen streng geschützter Tierarten werden durch vorgezogene Artenschutzmaßnahmen vermieden beziehungsweise funktional ausgeglichen, so dass der Bau, die Anlage und der Betrieb der Ortsumgehung keine artenschutzrechtlichen Verbote auslösen.

Der Verlust von Böden und Bodenfunktionen lässt sich nicht ausgleichen und ist durch Ersatzmaßnahmen zu kompensieren. Nicht ausgleichbar sind auch die Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch große Bauwerke, zum Beispiel durch die beiden Emsbach-Talbrücken, vor allem durch die Brücke im Bereich von Walsdorf. Außerdem ist der Abtrag von Deckschichten in Wasserschutzgebieten nicht kompensierbar.

Die geplanten Kompensationsmaßnahmen liegen außerhalb der Flächen der Straßenanlage teilweise entlang derselben oder in deren näherem Umfeld, wo sie zumeist zerschnittene Flurstücke und bauzeitig beanspruchte Flächen einnehmen.

Der größte Flächenanteil der Maßnahmen entfällt auf artenschutzrechtlich zwingend erforderliche vorgezogene Maßnahmen zur Stützung der Populationen von Rebhuhn, Steinkauz und Turteltaube, die abseits der Straßenanlage liegen müssen. Dabei handelt es sich um die Anlage von Blühflächen, Grünland mit Solitärbäumen und Feldgehölzen, die jeweils auf Ackerland im räumlichen Kontakt mit gestörten Habitaten dieser Tierarten vorzunehmen sind und mit der örtlichen Landwirtschaft abgestimmt wurden. Ein zweiter Maßnahmenschwerpunkt ist die Anlage von Gehölzen und Baumreihen zur Wiederherstellung faunistischer Funktionsbeziehungen und zur Kompensation von Beeinträchtigungen der Landschaft.

Biotopverluste, die nach dem aktuellen Naturschutzrecht nicht zwingend im Plangebiet ausgeglichen werden müssen, werden über eine Ökokontoregelung mit der Stadt Bad Camberg in Form von Renaturierungsmaßnahmen am Emsbach kompensiert.

Nachfolgend sind die festgesetzten Schutz-, Gestaltungs- und Kompensationsmaßnahmen mit ihrer Maßnahmennummer im Landschaftspflegerischen Begleitplan aufgeführt.