6.3 Vorgezogene Artenschutzmaßnahmen

C1 Anlage von Blühflächen auf Ackerland
Zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände, die sich aus der Beeinträchtigung zweier Brutreviere des in Hessen und Deutschland stark gefährdeten Rebhuhns ergeben würden, werden an drei Stellen auf 15.000 m² Blühflächen angelegt. Die Maßnahme stützt die lokale Population des Rebhuhns durch die Verbesserung des Habitats dieser Vogelart. Sie trägt zugleich zur Kompensation von Beeinträchtigungen der Feldlerche, des Feldhasen und anderer in den Ackerkomplexen lebender Tierarten bei.

C2 Anlage eines Habitats für den Steinkauz
Umwandlung von zwei durch einen Feldweg getrennten Ackerflächen im Brombach-Tälchen westlich Würges in eine extensiv genutzte Weidefläche mit Solitärbäumen, Zaunpfählen als Sitzwarten und künstlichen Nisthilfen. Die Maßnahme umfasst 12.760 m², soll die lokale Population des bundesweit stark gefährdeten und in Hessen gefährdeten Steinkauzes stärken sowie auf eine Verlagerung des Reviers dieser störungsempfindlichen Vogelart bewirken.

C3 Anlage von Feldgehölzen zur Populationsstützung der Turteltaube
Zur Vermeidung artenschutzrechtlicher Verbotstatbestände, die sich aus der Beeinträchtigung zweier Brutreviere der in Deutschland gefährdeten und in Hessen auf der Vorwarnliste verzeichneten Turteltaube ergeben würden, werden als populationsstützende Vermeidungsmaßnahme zwei Baum-Strauch-Gehölze von insgesamt 1 ha Größe angelegt. Die Maßnahme ersetzt zugleich die Überbauung eines Teils einer DB-Ausgleichsfläche und trägt zur Kompensation sonstiger Gehölzverluste bei.

C4 Optimierung des Vermehrungshabitats des Wiesenknopf-Ameisenbläulings
Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen der lokalen Population des streng geschützten Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings infolge der Zerschneidung von Auenwiesen in der Emsbachaue zwischen Würges und Walsdorf wird die Nutzung einer 3.850 m² großen Grünlandfläche extensiviert und den ökologischen Ansprüchen des Ameisenbläulings angepasst. Dadurch werden die Fortpflanzungsmöglichkeiten der Art in diesem Teil der Emsbachaue verbessert und die örtliche Population gefördert. Die Maßnahme trägt darüber hinaus zur Kompensation des Verlustes und der Beeinträchtigung von Auenwiesen bei.

C5 Optimierung des Bahndamms als Lebensraum für die Zauneidechse
Als vorgezogene Ausgleichsmaßnahme sind am westlichen Hang des Bahndamms der Bahnlinie Limburg-Frankfurt auf 2.385 m² jeweils vor Beginn der Baumaßnahmen 50 % des vorhandenen Gehölzbestandes auf den Stock zu setzen. Dadurch wird der Lebensraum für die Zauneidechse so optimiert, dass in den betroffenen Bahndammabschnitten die aus den Eingriffsbereichen umzusiedelnden Tiere für den Zeitraum der Bautätigkeiten zusätzlich zu den dort vorhandenen Eidechsen vorübergehend angesiedelt werden können.