6.4 Ausgleichsmaßnahmen

A1 Rückbau von Straßen und Wegen
Der Verlust an offenen Böden durch Versiegelung wird durch den Rückbau nicht mehr benötigter Abschnitte von bituminös befestigten Straßen und Wegen teilweise ausgeglichen. Der Gesamtumfang der Rückbauflächen beträgt 12.150 m². Die rekultivierten Flächen werden teils durch Einsaat begrünt, teils für landschaftspflegerische Maßnahmen zur Kompensation von Beeinträchtigungen weiter entwickelt.

A3 Anlage von Baum-Strauch-Gehölzen
Auf fünf Teilflächen ist die Anlage geschlossener, in sich strukturierter Gehölze aus gebietstypischen Baum- und Straucharten mit einem Gesamtumfang von 7.700 m² vorgesehen. Dies wird auf Äckern sowie im Umfeld der geplanten Umgehungsstraße auf Splitter- und Rückbauflächen erfolgen. Ziel der Maßnahme ist es, anlagebedingte Verluste und Funktionen von Feldgehölzen und bahnbegleitenden Gehölzbeständen durch Neuanlagen und eine verbesserte Biotopvernetzung auszugleichen. Die Gehölze werden Schadstoffimmissionen vermindern und die Straßenanlage in die Landschaft einbinden.

A4 Anlage eines Baumstreifens aus Esche
Am südlichen Fuß des westlichen Dammes zur geplanten Emsbachbrücke bei Erbach wird auf 950 m² ein zweireihiger Baumstreifen aus Esche angelegt. Indem das Dammbauwerk durch einen auentypischen Baumbestand gegen die Ortslage und die Sportanlagen von Erbach abgeschirmt wird, werden die Überformung des Landschaftsbildes kaschiert und die Störung von Sichtbeziehungen herabgesetzt. Der Baumstreifen wird Bestandteil neuer Leitstrukturen für Fledermäuse und Vögel und übernimmt gemeinsam mit der Anlage von Baumreihen Vernetzungsfunktionen.

A5 Anlage eines Obstbaumstreifens
Auf bestehendem Grünland entlang der zum Wirtschaftsweg zurückzubauenden L 3030 wird ein 200 Meter langer Obstbaumstreifen mit 20 Bäumen an der Südseite des künftigen Wirtschaftsweges angelegt und ein 270 Meter langer Obstbaumstreifen mit 27 Bäumen an der Nordseite. Die Maßnahme hat zum Ziel, Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes und der Erholungseignung zu kompensieren und Lebensräume zu vernetzen.

A6 Anlage von Baumreihen
Als Ausgleich für den Verlust bahnbegleitender Gehölze, zur Vernetzung unterbrochener Biotopbeziehungen, zum Schutz von Fledermäusen vor Kollisionen mit Fahrzeugen, zur Einbindung des Straßenbauwerkes in die Landschaft sowie als Sicht- und Immissionsschutz sind entlang der geplanten Ortsumgehung und an verschiedenen Wirtschaftswegen Baumreihen aus 206 Bäumen auf knapp 2 km Länge anzulegen.

A8 Anlage einer Streuobstwiese
Auf einer Rückbaufläche der K 515 und auf angrenzenden Flurstücksresten mit Grünland wird der lückige Streuobstbestand oberhalb des Brombach-Tals bei Würges um knapp 2000 m² erweitert. Die anzulegende Streuobstwiese wird zusammen mit der Anlage einer Baumreihe Bestandteil einer neuen Gehölz-Leitstruktur für Fledermäuse und Vögel und trägt zum funktionalen Ausgleich des Eingriffs in den vorhandenen Streuobstbestand sowie der Zerschneidung einer Baumreihe und zur Kompensation von Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes bei Würges bei.

A9 Anlage einer Extensivwiese auf Acker
Die Umwandlung einer 2.255 m² großen Ackerfläche in eine extensiv zu bewirtschaftende Wiese kompensiert die Inanspruchnahme von Teilen zweier DB-Ausgleichsflächen.

A12 Anlage strauchförmiger Ufergehölze am Emsbach
Im Bereich der geplanten Talbrücken über den Emsbach bei Erbach und Walsdorf werden an den Gewässerufern auf Strecken von jeweils 10 m rechts und links der Bauwerke Strauch-Weiden gepflanzt. Der vorhandene Bestand an Erlen-Bäumen und baumförmigen Weiden wird im Bereich dieser Maßnahmen entfernt, da die Wuchshöhe der Gehölze künftig auf etwa 4 m begrenzt werden muss. Die Maßnahme hat zum Ziel, den baubedingten Verlust an Ufergehölzen zu ersetzten und die entlang der Gehölze jagenden, streng geschützten Zwergfledermäuse zu veranlassen, unter dem Brückenbauwerk hindurchzufliegen.