"Ab in die Mitte!" Die Hessische Innenstadt-Offensive

Das Motto 2020 lautet: Unser Weg. Natürlich in die Innenstadt!

Zum 18. Mal in Folge nimmt Bad Camberg an diesem Wettbewerb teil! Das "Ab in die Mitte“-Team, das vorrangig aus ehrenamtlich aktiven Bürgern besteht, hat auch in diesem Jahr wieder ein tolles Konzept mit zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen erarbeitet. Auf Grund der Corona-Pandemie wurden sowohl die offizielle Preisverleihung als auch die avisierten Termine verschoben. Werfen Sie dennoch einen Blick in das abwechslungsreiche Programm, über dessen weiteren Verlauf wir Sie informieren werden:

Die Bad Camberger Stadtmauern, die früher ein Schutz für unsere schöne Altstadt waren, sind heute eher „natürliche Barrieren“. Die Bundesstraße (B8), die einstmals eine wichtige Handelsstraße war, welche die Altstadt belebte, ist heute eher ein unnatürliches Hindernis.

Das diesjährige Thema der Ausschreibung „Unser Weg. Natürlich in die Innenstadt“ von „Ab in die Mitte“ motivierte uns, natürliche Wege zu suchen, zu finden und uns altbekannte ganz neu in Erinnerung zu rufen. Was wir mit „natürlich“ verbinden, ist Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.

Bei unserer Suche entdeckten wir bereits bestehende, vergessene und neu geschaffene Wege. Unser Ziel ist es, diese Wege für Fußgänger, Radfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Handicap und für Senioren von weitem leicht erkennbar zu machen und sie funktionstüchtig zu gestalten. Wichtig war uns als Vorbereitungsteam von „Ab in die Mitte“, diese Wege so anzulegen, dass die Menschen am Benutzen Freude haben. Jeder Weg soll auf seine individuelle Weise eine Einladung zum Besuch der Innenstadt sein. Auch ein Ort der Rast, des Ausruhens und des Innehaltens war uns wichtig. Durch die verschiedenen Aktivitäten und Veranstaltungen wollen wir auf historische Besonderheiten (z.B. Altstadtfüchse und Streitbürger) und die vielfältigen Möglichkeiten unserer Innenstadt aufmerksam machen, die sie auf natürliche Weise für uns bereit hält. Dies ist unser Ziel.

Wir laden Sie ein, unsere Innenstadt über 5 Wege zu betreten. Viel Spaß beim Erkunden!

 

Weg 1: Brücken nutzen – Natürlich in die Innenstadt

Datum: 27.06.2020 ab 15 Uhr

Ein besonderer natürlicher Weg geht über unsere neue Kurparkbrücke, welche die Kurpark-Schlucht überspannt und den Weg von den Kurkliniken in die Innenstadt völlig barrierefrei und so für jedermann leicht zugänglich macht. Sie ist eine reine Fußgängerbrücke und hat beachtliche Ausmaße: Spannweite 30,4 Meter, Breite 2,7 Meter und Höhe 9 Meter. Diese Brücke ist uns ein Fest wert, zumal es von der Planung bis zur Fertigstellung ganze 100 Jahre dauerte. Unser Ziel ist es, diesen neuen interessanten Weg in den Blickpunkt der breiten Öffentlichkeit zu rücken, sowie Werbung für alle kommenden „Ab in die Mitte“ Veranstaltungen zu machen. Wichtig ist uns außerdem, verschiedene Kulturen, Alte und Junge, Menschen mit und ohne Handicap durch vielfältige Angebote in Kontakt zu bringen:

  • Live-Musik
  • Trommelworkshop
  • Linedance
  • Rudelsingen
  • kleine kulinarische Spezialitäten
  • Getränke mit und ohne Alkohol
  • Animationen vor und auf der Brücke
  • sportliche Aktivitäten
  • NABU – Mit Perspektiv die Vögel im Kurpark beobachten und von Fachleuten erklärt bekommen.
  • Es wird auf alle folgenden AIDM Veranstaltungen aufmerksam gemacht

 

Weg 2: Wie kommt der Giggel zum Fuchs?

Zeitraum: 06.07.2020 – 19.07.2020

Dieser Weg 2 in die Innenstadt ist besonders wichtig, weil so vielen Menschen vom Bahnhof kommend ein sicherer und schöner Fußweg aufgezeigt wird. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir mit Hilfe dieses Weges Menschen mitnehmen, die einen kostenfreien, innenstadtnahen Parkplatz brauchen, sowie die Besitzer von Wohnmobilen, die als Touristen unsere Altstadt besuchen wollen. Dieser Weg ist bisher nur Insidern bekannt und soll nun durch auf den Weg aufgesprühte Füchse und Giggel markiert werden. Diese spezielle Markierung hat einen historisch-karnevalistischen Hintergrund. Die Füchse repräsentieren die Altstadtbewohner, die Giggel sind das Symbol der Streitbürger, die beim Bau der Bahnhofstraße aus der Altstadt auszogen und jenseits neu siedelten. Diese Thematik wird in historischen Gewändern, gespielten Szenen und einer speziellen Stadtführung aufgegriffen. Der Weg 2 führt zu einem barrierefreien gläsernen Aufzug, der Tag und Nacht von jedermann genutzt werden kann und schnell und sicher in die Altstadt bringt.

 

Weg 3: Vom Bungert zur Kirche und die Innenstadt

Vom Bungert aus gelangt man zu einem Platz hinter der Kirche. Dieser Platz, der früher für sportliche Zwecke von der Alten Schule aus genutzt wurde, ist ganz in Vergessenheit geraten und verfällt. Das ist sehr schade, da es ein natürlich gewachsener kostbarer Schatz werden kann. Dieser Platz bietet sich an, eine Oase der Ruhe zu sein und ein Treffpunkt mitten im Grünen nahe der Altstadt. Man kann von dort aus, den Blick über die Stadt und die Hügel des Hintertaunus schweifen lassen und innehalten. Dieses Projekt wird etappenweise umgesetzt. In diesem Jahr wird definitiv mit der Konzeption begonnen. Ein in Bad Camberg ansässiger Landschaftsgärtner wäre bereit, dieses Vorhaben fachgerecht zu begleiten.

Dieses Projekt knüpft an das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ an und bindet auf diese Art und Weise die städtischen Akteure in die Gestaltung und Umsetzung der Einzelmaßnahmen ein.

 

Weg 4: Baumacker-Fest

Datum: 26. und 27.09.2020

Hier fallen Weg und Ziel zusammen: Es gilt, die Natur in die Innenstadt zu bringen und dort zu genießen.

Mit dem „Baumackerfest“ soll an die alte Tradition erinnert werden, dass die Camberger Familien in früherer Zeit in der heimischen Gemarkung viele Apfelbäume angepflanzt hatten, um ihre großen Familien mit vielen Kindern mit frischem regionalem Obst gesund ernähren zu können. Es wurden insbesondere Hochstammbäume angepflanzt, damit unter den Bäumen noch Ackerbau betrieben werden konnte. Diese Baumäcker gab es besonders im östliche Teil der Gemarkung (Weisse Gräben und Schmittelach), da, wo in den letzten Jahrzehnten zeitweise Neubaugebiete entstanden sind. Aber die geernteten Äpfel wurden nicht nur gegessen, aus ihnen wurde auch Apfelsaft und Apfelwein hergestellt. In Camberg gab es bis in jüngere Zeit noch zwei Apfelweinkeltereien (bis 1970 und 2012).

Zahlreiche Initiativen sind in den letzten Jahren entstanden, um die noch vorhandenen Baumäcker bzw. Streuobstwiesen zu erhalten oder neue Hochstammobstbäume anzupflanzen. Mit dem Kinderapfeltag ist eine viel beachtete Veranstaltung entstanden, mit der die Kinder „die Natur“ mit dem Ernten der Äpfel am Kinderapfeltag in die Innenstadt bringen. Auch der Camberger Apfelsecco, der seit zwei Jahren aus heimischen Streuobstäpfeln hergestellt wird, ist ein Resultat dieser Bemühungen.

Darüber hinaus sind in den letzten Jahren zahlreiche Hauskeltereien entstanden. Sie werden mit ihren selbstgekelterten Apfelsäften und Apfelweinen beim Baumackerfest auf unserem Marktplatz im Mittelpunkt stehen. Neben ihren wohlschmeckenden Produkten werden sie verschiedene Keltermöglichkeiten vorstellen. Zwei heimische Imker werden mit ihren selbstgemachten Honigprodukten ebenfalls dabei sein. Viele ihrer Bienenstöcke stehen auf städtischen Streuobstwiesen. Ein anerkannter Pomologe wird für die Sortenbestimmung alter Apfelsorten zur Verfügung stehen. Außerdem wird sich die Aktion „Blühendes Bad Camberg“ und der Obst- und Gartenbauverein mit Essen und Trinken aus heimischen Produkten und mit Informationen über ihre Aktivitäten beteiligen. Das ganze Programm wird mit Musik für Jung und Alt umrahmt.

 

Weg 5: Von der Taunusschule über den Bungert zum Marktplatz

Datum: 07.06.2020

Dieser Weg erschließt die Altstadt von Norden her. Hier ist die Taunusschule mit allen umliegenden Wohnbereichen der Startpunkt. Ein bestehender Treppenweg soll besonders hervorgehoben werden. Alte ausrangierte Fundfahrräder werden von Schülern bunt bemalt, mit Kisten und Körben bestückt und natürlich bepflanzt. So entsteht ein farbenfroher origineller Weg ins Zentrum von Bad Camberg: Zum historischen Markplatz, zu den gemütlichen Restaurants und den altstadttypischen Geschäften. Bei diesem Projekt nutzen wir vorhandene Ressourcen (z.B. alte Fahrräder) und gestalten sie nachhaltig für etwas sinnvoll Neues. Je nach Jahreszeit können dem Weg durch die Blüten der Pflanzen völlig unterschiedliche Farbnuancen verliehen werden. Wo bisher nur Beton zu finden ist, geben wir hier Bad Camberg ein kleines Stück Natur zurück.

Wir sind überzeugt, dass die Wege und Ziele, die wir aufgezeigt haben, Bad Camberg nachhaltig verschönern. Außerdem können die Besucher, Kurgäste und Bewohner Bad Cambergs die relativ abgeschottete Innenstadt durch die neuen Wege gefahrloser und autofrei, d.h. auf natürlichem Wege besser erreichen. Kommen Sie vorbei und schauen Sie selbst!