Veranstaltung

Bürgerversammlung stößt auf positive Resonanz - zahlreiche Informationen zur Stadtentwicklung aus erster Hand


Die Präsentation mit Informationen und Einblicken in die jeweiligen Sachstände, Planungen und Fortschritte zu den 14 Tagesordnungspunkten fand bei den Besucherinnen und Besuchern großen Anklang. Die Stadtverwaltung erhielt während des anschließenden offenen Austauschs und am Rande der Veranstaltung viel positive Resonanz für ihre Arbeit. Bürgermeister Daniel Rühl gab das Lob an „seine“ Verwaltung weiter und bedankte sich auch bei den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern, die das Angebot der Bürgerversammlung trotz der winterlichen Straßenverhältnisse angenommen haben.

Über den Sachstand zu den verschiedenen Maßnahmen des Städtebauförderprogramms Lebendige Zentren, in deren Rahmen die Beseitigung städtebaulicher Missstände, die Verbesserung der verkehrlichen Situation und die Aufwertung von Freiflächen stehen, berichtete die Deutsche Stadtentwicklungsgesellschaft DSK. Das Fördergebiet umfasst die Frankfurter Straße, Limburger Straße und Bahnhofsstraße, den Grünen Platz sowie die Pfortenwiesen. Einen Schwerpunkt der Präsentation bildeten der Bayrische Hof und die Gestaltung der Freifläche zwischen diesem und der Kirche St. Peter und Paul. Den aktuellen Planungsstand zur Sanierung und Modernisierung des Bayrischen Hofs sowie der Stützmauer entlang der Frankfurter Straße stellte das beauftragte Architekturbüro Faerber vor.

Auch der Stand der Baugebiete Am Sträßchen (Kernstadt), Kachel (Würges), Im Geisenstück (Oberselters), In der Hohl (Schwickershausen) und dem Gewerbegebiet Im Stocksweg (Kernstadt) stieß auf großes Interesse. Die Stadt Bad Camberg schafft damit die Grundlagen für dringend benötigten Wohnraum. Aktuell gibt es 1026 Interessenten für Baugrundstücke in der Kurstadt. Diese ansteigende Nachfrage gilt es zu bedienen, um jungen Familien den Traum von den eigenen vier Wänden in ihrer Heimatstadt zu erfüllen, aber auch Familien, die zuziehen möchten, im Sinne einer stabilen Bevölkerungsentwicklung Wohnangebote zu bieten. Interessenten für Baugrundstücke können sich auf dem Portal “freiebaugrundstuecke.de” informieren. Dort können sich auch Unternehmen über freie Gewerbegrundstücke informieren, denn auch hier besteht Nachfrage nach Flächen. Schließlich ist die Nähe zur A3 und der künftigen B8-Umgehung ein attraktiver Standort.

In den letzten Zügen befindet sich die Sanierung und Nutzungsoptimierung des Freizeit- und Erholungsbades. Dessen Wiedereröffnung ist für den Sommer geplant. Das mit rund 12,75 Millionen € netto größte und teuerste Investitionsprojekt in der Geschichte der Stadt Bad Camberg war unerlässlich und führt als wesentlicher Bestandteil zur Belebung des Kur- und Tourismusbetriebes und Steigerung der Gesamtattraktivität des ältesten hessischen Kneippheilbades – unabhängig davon, das auch den Bürgerinnen und Bürgern der zweitgrößten Stadt im Landkreis ihr Freibad am Herzen liegt.

Bauamtsleiterin Agnieszka Lerke informierte über den Stand der Bauwerksprüfungen von Brücken im Stadtgebiet sowie deren Ergebnisse und die weiteren Planungen. So ist für die Brücke am Bürgerhaus in Oberselters der Baubeginn des Ersatzneubaus bereits für dieses Frühjahr vorgesehen. Die Planung des Ersatzneubaus der Brücke in der Dombacher Neugasse wurde bereits beauftragt. Für die Stützmauer am Eltwerk stehen noch Ergebnisse der letzten Untersuchungen u.a. zur Standsicherheit aus. Hinsichtlich der Brücke in der Lahnstraße erhielt die Verwaltung Anfang des Jahres einen Vorabzug zum Bericht der beauftragten Untersuchungen. Im Ergebnis ist die Brücke stark sanierungsbedürftig. Die Kosten für eine Sanierung würden sich in einer Höhe von rund 850.000 € bewegen, bei einem Ersatzneubau belaufen sich die Kosten auf rund 970.000 €.

Im Hinblick auf die Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung erarbeitet die Stadt Bad Camberg derzeit einen Mobilitätsplan unter Berücksichtigung der Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung. Zudem ist zu gegebener Zeit eine Bürgerbeteiligung vorgesehen, deren Ergebnisse in den weiteren Planungsprozess einbezogen werden.

Das Thema Sicherheit wird in Bad Camberg, seit 2019 KOMPASS-Kommune, großgeschrieben. Bürgermeister Daniel Rühl (linkes Foto) erläuterte, dass die Stadt damit den vermehrt an die Verwaltung herangetragenen Sicherheitsbedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger nachkomme. Hierfür wurden bereits erhebliche Anstrengungen unternommen. Dazu gehört der technische und personelle Ausbau der städtischen Ordnungspolizei sowie insbesondere die Stationierung des sogenannten Schutzmanns vor Ort der Landespolizei. Um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung und die Präsenz im Stadtgebiet auch bei Veranstaltungen, abends und an den Wochenenden zu stärken, werden zudem die Dienstzeiten ausgeweitet. Des Weiteren werden verstärkt Kontrollen durchgeführt und der Ausbau der Zusammenarbeit mit der Landespolizei vorangetrieben. Um den gestiegenen Anforderungen an die kommunalen Ordnungsbehörden Rechnung zu tragen, wurden zwei neue Einsatzfahrzeuge in Betrieb gestellt. Und auch die Eigensicherung der Ordnungspolizeibeamten wurde durch entsprechende Ausstattung verbessert.

Die polizeiliche Präsenz in Bad Camberg wird mit der Installierung des Schutzmanns vor Ort verstärkt. Klaus Pörtner, der sich in der Bürgerversammlung vorstellte, ist seit Ende September im Dienst ist und direkter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger. Auch im Hinblick auf die Sicherheit der Kinder ist die Stadt Bad Camberg aktiv. Sogenannte LEON-Hilfeinseln in Einrichtungen und Geschäften befinden sich im Aufbau und sollen Kindern in bedrohlichen Situationen Anlaufstation sein und Hilfe leisten.

Für die Eltern von Kindergartenkindern hat sich bereits im Januar etwas getan: Das digitale KiTa-Anmeldportal „webKITA“ ging an den Start und erleichtert den Austausch zwischen Eltern und den Bad Camberger Kindertagesstätten. Über das Portal erfolgen nun die Anmeldungen, zudem sind dort auch relevante Informationen und Unterlagen zu finden.

Zu Jahresbeginn wurde in Bad Camberg erstmals die Stelle der Gemeindepflegerin mit Indra Diel besetzt. Sie ist erste Ansprechpartnerin für Seniorinnen und Senioren und berät u.a. zu medizinischen und pflegerischen Versorgungsangeboten und begleitet beratend.

Die für alle Kommunen in Deutschland verpflichtende kommunale Wärmeplanung steht kurz vor Ende der Bearbeitung. Die in Bad Camberg bereits 2023 freiwillig begonnene Planung, die aufgrund des frühzeitigen Starts durch den Bund mit 90 Prozent gefördert wird, ist Ende März fertiggestellt. Im Rahmen der Beteiligung der Öffentlichkeit fand am 13. Januar bereits eine Bürgerinformationsveranstaltung statt, bei der der Zwischenstand der Planung vorgestellt wurde. Aktuell liegen die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung noch bis zum 25. Februar im Verwaltungsgebäude II (Am Amthof) öffentlich aus und können im Rahmen der Öffnungszeit von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden.

Das städtische Förderprogramm „Zukunft solar“ wird auch in diesem Jahr fortgesetzt und geht damit in die vierte Runde. Aufgrund der angespannten Haushaltslage 2026 steht in diesem Jahr ein angepasstes Budget zur Verfügung (25.000 €). Nicht mehr gefördert werden Balkonkraftwerke und Solarthermie. Da die Haushaltsgenehmigung seitens des Kreises erteilt wurde, kann zeitnah mit der neuen Förderrunde begonnen werden. Der Start wird frühzeitig bekanntgegeben.

Die äußerst kritische Finanzlage der Kommunen in Hessen macht auch vor Bad Camberg nicht Halt. Aufwendungen und Ausgaben steigen sehr viel stärker. Daher musste für 2026 in der Verantwortung für den städtischen Haushalt und im Sinne einer weiterhin guten und ambitionierten Stadtentwicklung zu erheblichen Konsolidierungsmaßnahmen gegriffen werden, um einen genehmigungsfähigen und ausgeglichenen Haushalt zu erreichen und um die historisch hohe Investitionstätigkeit fortsetzen zu können. Neben Einsparmaßnahmen blieb letztlich nur eine moderate Anhebung der Sätze für die Grundsteuern A und B sowie für die Gewerbesteuer, der die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Jahresabschlusssitzung am 9. Dezember 2025 einstimmig zustimmte.

In Bad Camberg geht es nicht nur in punkto Stadtentwicklung voran, auch der von Kurdirektor Michael Sinn für das Jahr 2026 vorgestellte, bunte und anspruchsvolle Kultur- und Veranstaltungskalender bietet zahlreiche Events für Groß und Klein, Alt und Jung sowie Gäste aus nah und fern. Darunter auch das im Vorjahr erstmals ausgerichtete und so erfolgreiche Weinfest im Amthof-Innenhof. Bad Camberg präsentiert sich mit seinem über das ganze Jahr verteilten Programm weiterhin als beliebter Veranstaltungsort und attraktive Stadt – nicht nur für Gäste, sondern auch für Einheimische.

Zur Attraktivierung der Innenstadt werden auch die Mittel aus dem Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ genutzt. So soll u.a. ein Mietkostenzuschuss zur Wiederbelebung leerstehender Ladenlokale gewährt werden, aber auch die Innenstadt mit neuem Mobiliar aufgewertet werden. Zudem ist im ältesten hessischen Kneippheilbad ein „Kneipp-Raum“ geplant. Konkrete Projekte sind auch zur Aufwertung des Kurparks als Aushängeschild der Stadt geplant. Nicht nur die Aufenthaltsqualität soll gesteigert werden, auch eine Verlängerung in Richtung Baumwipfelweg ist geplant.

Es gibt auch in diesem Jahr viel zu tun, um die Stadtentwicklung in Bad Camberg weiter voranzubringen. Viele Herausforderungen warten.


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