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Bad Camberger Freizeit- und Erholungsbad muss in diesem Jahr noch geschlossen bleiben
Die Sanierung des Freizeit- und Erholungsbades sollte ursprünglich zum Saisonstart 2026 abgeschlossen sein und das Bad wieder für die Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden.
Nachdem Verzögerungen bei einzelnen Gewerken bereits im Frühjahr eine Eröffnung zum ursprünglich vorgesehenen Saisonbeginn unmöglich gemacht hatten, wurde der Bauablauf gemeinsam mit Projektsteuerer, Planern und ausführenden Unternehmen neu organisiert und auf eine Öffnung im Spätsommer ausgerichtet. Die Stadtverwaltung Bad Camberg hatte über diese erste Verzögerung umfassend öffentlich und in den städtischen Gremien berichtet.
Trotz dieser Anpassungen und weiterer Maßnahmen zur Beschleunigung der Arbeiten wurde in den vergangenen Wochen nach und nach deutlich, dass auch dieses Ziel nicht mehr erreicht werden kann.
Ursächlich dafür sind insbesondere weitere Verzögerungen und notwendige Nacharbeiten bei den Putzarbeiten. Während der Baufortschritt bei dem ebenfalls problematischen Gewerk „Badewassertechnik“ vorangetrieben werden konnte, wurden bei den Putzarbeiten zugesagte Fertigstellungstermine durch das Hamburger Unternehmen, welches im Rahmen einer verpflichtend europaweiten Ausschreibung den Zuschlag bekam, vielfach nicht eingehalten, sodass auch nachfolgende Arbeiten nicht wie vorgesehen ausgeführt werden konnten. Hinzu kam eine häufig mangelhafte Ausführung der Putzarbeiten, die immer wieder zu Beanstandungen und dem Erfordernis von Nacharbeiten führte.
Die Stadt reagierte unter anderem mit Fristsetzungen, Mängelrügen und der Hinzuziehung von juristischem Beistand. Über eine lange Strecke reichten die Beanstandungen jedoch nicht aus, um dem Hamburger Unternehmen rechtssicher den Auftrag zu entziehen, da immer wieder kleinere Teilleistungen erbracht wurden, die jedoch zeitlich und fachlich häufig völlig unzureichend waren und den ganzen Projektablauf ins Wanken brachten. Schließlich wurde sogar der städtische Bauhof eingesetzt und am Ende doch noch ein anderes Unternehmen beauftragt, um Mängel und Rückstände des Hamburger Putzers zu beseitigen und den ambitionierten Bauzeitenplan noch einzuhalten. Am Ende waren die erlittenen Verzögerungen jedoch zu gravierend, um auch den bereits verschobenen Eröffnungstermin im Spätsommer erreichen zu können.
Parallel wurde den ganzen Sommer hinweg durch Stadtbauamt, Planer und Projektsteuer daran gearbeitet, wenigstens den bereits fertigen Teil des Freizeit- und Erholungsbades zum Sommerende hin zu öffnen, so dass zumindest noch eine eingeschränkte Nutzung des Bades in dieser Saison hätte ermöglicht werden können. Das hierfür durch Planer und Projektsteuerer erarbeitete Konzept sieht als frühestmögliches Datum eine Teilöffnung zum 15. September 2026 vor – dies allerdings auch nur unter der Voraussetzung keiner weiteren baulichen Verzögerungen. Gleichzeitig wären nach Darstellung des Planers und Projektsteuerers für eine derartige Teilöffnung zusätzliche Aufwendungen von mindestens rund 200.000 Euro notwendig - zum Beispiel für die Bereitstellung und den Betrieb einer temporären Sanitär-, Dusch- und Umkleideanlage, eine vorzeitige und zusätzliche Grundreinigung der Baustelle, Schutzmaßnahmen für die Outdoor-Sportfläche und nicht fertiggestellte Außenanlagen, zusätzliche Möblierung der provisorischen Aufenthaltsflächen, Einrichtung einer alternativen gastronomischen Versorgung und zusätzliche personelle Aufwendungen für die manuelle Besucherabwicklung infolge der noch nicht betriebsbereiten Kassenanlage.
Angesichts der dann nur noch sehr kurzen verbleibenden Freibadsaison, des im September deutlich zunehmenden Wetter- und Betriebsrisikos und der Tatsache, dass auch eine Teilöffnung zum 15. September nicht verlässlich gewährleistet werden kann, standen die zusätzlichen Aufwendungen von rund 200.000 Euro nach Bewertung von Verwaltung und Magistrat in keinem vertretbaren Kosten-Nutzen-Verhältnis. Der Magistrat hat daher in seiner heutigen Sitzung notgedrungen entschieden, auf eine Öffnung des Bades im laufenden Jahr 2026 in Gänze zu verzichten.
„Wir wissen, dass diese Nachricht für viele Bad Cambergerinnen und Bad Camberger eine Enttäuschung ist. Das ist sie auch für uns. Wir haben bis zuletzt gemeinsam mit Projektsteuerer, Planern und den beteiligten Firmen nach einer Möglichkeit gesucht, das Bad wenigstens für einen Teil dieser Saison zu öffnen", erklärt Bürgermeister Daniel Rühl. „Wenn eine Öffnung aber frühestens Mitte September möglich ist und dann noch einmal rund 200.000 Euro für einen bestenfalls zweiwöchigen Badebetrieb zusätzlich aufgewendet werden müssten, ist eine solche Entscheidung nicht mehr zu verantworten."
Die Arbeiten am Freizeit- und Erholungsbad werden unabhängig von der Entscheidung, auf eine Teilöffnung im September zu verzichten, konsequent fortgeführt. Der Verzicht auf die Teilöffnung schafft zugleich die Möglichkeit, die verbleibenden Arbeiten ohne die zusätzlichen Anforderungen eines vorgezogenen Teilbetriebs abzuschließen und das Bad für einen regulären Betrieb im kommenden Jahr vorzubereiten. Eine Teileröffnung hätte nämlich als zusätzlichen Nachteil mit sich gebracht, dass sich die Gesamtbauzeit verlängert, weil die noch laufenden Bauarbeiten hätten unterbrochen werden müssen. Insbesondere hätte im Bereich der Außenanlagen das Risiko bestanden, dass witterungs- und vegetationsabhängige Arbeiten erst zur Saison 2027 abgeschlossen werden können. Diese Verzögerungen hätten unter Umständen auch eine Erhöhung der Baukosten nach sich gezogen.
„Wir hätten den Bürgerinnen und Bürgern sehr gerne noch in diesem Jahr ihr Freibad zurückgegeben. Dass uns das trotz aller Anstrengungen nicht gelingt, bedauern wir sehr", so Bürgermeister Rühl. „Rückblickend und mit dem Kenntnisstand von heute hätten wir diese Entwicklung schon Anfang Juni absehen sowie entscheiden und kommunizieren müssen, dass das Freibad auch in diesem Sommer geschlossen bleibt. Stattdessen haben wir über den Sommer hinweg alles daran gesetzt, mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Beteiligten die Mängel und zeitlichen Rückstände noch beheben und wenigstens eine Teileröffnung im Spätsommer erreichen zu können“, so das Bad Camberger Stadtoberhaupt. Jetzt gehe es darum, die umfassende Sanierung sauber und konsequent zu Ende zu bringen und alles für einen regulären Start des Badebetriebs im Jahr 2027 vorzubereiten: „Unser Stadtbauamt hat bei diesem Projekt, dessen Größenordnung für unsere Stadt alles andere als alltäglich ist, engagierte und gute Arbeit geleistet. Daher gilt mein Dank den beteiligten Kolleginnen. Nun gilt es, trotz dieser Enttäuschung nicht nachzulassen, die ausstehenden Arbeiten erfolgreich abzuschließen und vor allem nicht aus dem Blick zu verlieren, dass mit dem neuen Freizeit- und Erholungsbad alsbald ein echtes Aushängeschild für unsere Stadt fertiggestellt sein wird, auf das wir uns alle freuen dürfen.“
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