„Tag der offenen Baustelle“ im Solarpark Bad Camberg stößt auf reges Interesse


In seiner Begrüßung skizzierte Bürgermeister Daniel Rühl den zeitlichen Ablauf von der ersten Anfrage der Anumar GmbH bis zum heutigen Stand und der voraussichtlichen Inbetriebnahme Ende des Jahres. Daniel Rühl betonte zudem, dass die Kurstadt Bad Camberg im landesweiten Vergleich durch die im städtischen Gebiet befindlichen Windkraft- und Photovoltaikanlagen in der installierten Leistung bezogen auf die Einwohnerzahl über dem Durchschnitt liege. Dabei verfolgt die Kurstadt den politisch gefassten Grundsatzbeschluss, dass die Flächennutzung für erneuerbare Energien ausschließlich auf den privilegierten Flächen entlang des 200 m breiten Streifens seitlich der Autobahn und der ICE-Trasse sowie den im Regionalplan vorgesehenen Vorrangflächen erfolgen soll. In dieser vom Gesetzgeber privilegierten Zone können Freiflächen-Photovoltaik-Anlagen ohne ein Bauleitverfahren der Kommune und mithin ohne deren in diesem Zusammenhang erteilte Zustimmung errichtet. Dies gilt auch für das Anumar-Projekt in der Kurstadt.

Sebastian Hanrieder, technischer Referent der Geschäftsführung der Anumar GmbH, präsentierte das Projekt und lieferte den interessierten Besucherinnen und Besuchern Fakten, die maßgeblich für die Anlage beidseits der A3 sind. So besteht die Anlage aus rund 15.000 Modulen, die auf der rund 8 ha großen Fläche aufgestellt sind. Ca. 40 bis 50 % der Fläche sind mit diesen überbaut. Nach Fertigstellung soll die Anlage rund 9.200 MWh erzeugen und Strom für ca. 2.300 Haushalte liefern können.

Ein großer Vorteil dieser Anlage ist, dass der Netzverknüpfungspunkt auf einem der beiden Felder liegt und die Leitungswege dementsprechend kurz sind. Mit Inbetriebnahme Ende des Jahres wird die Anumar GmbH ihr Gewerbe in Bad Camberg anmelden, so dass Gewerbesteuern am Ort bleiben. Zudem fließen 0,2 Ct/kWh gemäß §6 EEG-Umlage an die Kurstadt. Anumar wird, so Hanrieder, den Einwohnerinnen und Einwohnern der Kurstadt einen Stromtarif anbieten, der bei 30 ct/kWh liegen soll und bei dem keine Grundgebühr anfallen werde.

Alle Anwesenden nutzten ausgiebig die Gelegenheit, den Vertretern der Anumar GmbH Fragen zum Projekt, zur eingesetzten Technik und zur Bedeutung erneuerbarer Energie zu stellen sowie die PV-Anlage und Batteriespeicher in Augenschein zu nehmen.

Zur Sprache kam natürlich auch der sensationelle Fund, der während der Bauphase entdeckt wurde. Bezirksarchäologe Dr. Kai Mückenberger berichtete über die im Zuge bauvorgreifender Untersuchungen festgestellte Anomalie im Boden. Die genauere Betrachtung hatte anschließend ergeben - wie auch die Kurstadt berichtete -, dass genau im Bereich der geplanten Anlage ein keltisches Fürstengrab aus der Früh Latènezeit liegt. Trotz der Bedeutung des Fundes wurden die Ausgrabungen in gerade einmal rund zwei Wochen durchgeführt, sodass der Baufortschritt des Solarparks nicht beeinträchtigt wurde. Dr. Mückenberger wird zu dem Fund am 2. November im Kurhaus Bad Camberg referieren.

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